Vor 2 Tagen tauchte ich in die Welt der Tweets, Blogs und Feeds ein. Entgegen meiner vorangegangenen Skepsis meldete ich mich bei twitter.com an, erstellte mir einen Blogger-Account auf blog.com und abonnierte meine ersten Feeds per Google-Reader.
Zu meiner Überraschung gestaltete sich für mich die Twitter-Welt nicht einmal halb so sinnlos wie vorher angenommen, ganz im Gegenteil erkannte ich die diversen positiven Faktoren, die Twitter mit sich bringt: z.B. Informationsbeschaffung – und das direkt von der Quelle. Ob nun von Privatpersonen oder Unternehmen, Musikern, „Stars“ etc. . Entgegen meiner Annahme wird man kaum bis überhaupt nicht mit sinnlosem Gebrabbel irgendwelcher Kids á la „Mir ist öde…“ oder „Muss kacken…“ genervt. Daumen hoch hierfür.
Blogs sind allgemein eine gute Möglichkeit für den Autor, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen bzw. diese mit seiner Leserschaft zu teilen. Ich selbst habe festgestellt, dass man doch gerne zu bestimmten Themen seine Meinung oder Gedanken kundtun möchte, ohne das in Diskussionsforen durchzuführen, wo man meist sofort mit (unnötigen?) Reaktionen sämtlicher Couleur bombardiert wird, weil immer irgendwo irgendwer da sein wird, der einem das Thema bzw. die Diskussion darum in irgendeiner Art schlicht versaut. Nicht, dass man (oder nur ich) den Diskussionen ausweichen möchte, schließlich sind (gute) Diskussionen imho äußerst wichtig im Bezug auf (Meinungs-)Bildung. Viel eher geht es wohl darum, einfach mal Luft abzulassen. Mir zumindest.
Bis zum Einrichten meines Google-Readers dachte ich, die Welt wäre durch Internet & Co. zusammengewachsen, kleiner und kompakter geworden, da die Informationen und Nachrichten über sie genauso kompakt, zusammengefasst und prägnant übermittelt werden. Unzählige Sites von überall her bieten verschiedene Informationen zu den verschiedensten Themengebieten in den buntesten Sprachen. Es gibt nichts, was man nicht mehr erfahren kann. Suchmaschinen, Favoriten-Listen und Schnellzugriff-Buttons erleichtern den Zugriff auf die gewünschten Sites bzw. Informationen noch einmal. Die Welt und all ihr Wissen rücken somit für den Einzelnen in greifbare Dimensionen. Abonniert man sich nun mehrere einzelne Feeds oder – wie ich – ganze Feed-Pakete zu Politik, allg. News, Sport, Wissenschaft, Kultur, Humor, Blogs etc. scheint es, als kotze die Welt den Abonnenten mit all ihrem Wissen voll und das, was der Einzelne vorher mit seinen manuellen Besuchen auf seinen (Stamm-)Sites „unter Kontrolle hatte“, scheint nun teilweise aus dem Ruder zu laufen und Dimensionen anzunehmen, die an den Rand der Auffassungskapazität treten und einen absoluten Informations-Overflow mit sich bringen. Je nach Anzahl der Feeds und den entsprechenden Themen kann so der Einzelne mit täglich mehreren tausend* Neuigkeiten überschwemmt werden (sicher sind einige derer doppelt bis mehrfach, ändern tut das aber an der Masse der Informationen dennoch nichts). Ich selbst habe bisher genau 20 Feeds abonniert, darunter einige von größeren Tages- und Wissenschaftszeitschriften (insg. 14). Allein bei dieser doch noch relativ geringen Anzahl von Feeds erhalte ich täglich mehrere Hundert Neuigkeiten, die eher im ein- bis maximal zweistelligen Zahlenbereich doppelt vorkommen.
Mir zumindest kommt damit natürlich die Frage auf, wer sich das freiwillig antut. Antwort: Ich. Und sieht man sich die Zahlen der Abonnements der Feeds an: Neben mir noch viele andere.
Zum einem nämlich erhält man permanent und topaktuell sämtliche Neuigkeiten und Informationen zu dem, was einen interessiert. Zum anderen werden einem somit auch zu gleichen Themen teils verschiedene Perspektiven dargeboten, sodass man als Leser den Vorteil hat, sich die eigene Meinung leichter bilden zu können – sofern man aus dem Querschnitt der angebotenen News die Informationen entnimmt und ein wenig selbst nachdenkt. Nachteil allerdings ist, dass diese Masse an erscheinenden Artikeln zum einen dazu einlädt, doch lieber mal auf Buttons wie „Alles als gelesen markieren“ zu klicken und/oder einen die Menge just überfordert.
…
* Screenshot eines Freundes: Klick